Noch ein Toter: Harry Heine

Auf so einer Lesung spielen ist imer ein königliches Vergnügen, Kafeetrinken, viermal zwei Minuten spielen, und immer wieder erklären, dies ist kein Saxophon sondern eine Bassklarinette, man braucht nicht soviel Luft wie man denkt, und ich kann davon leben. Vielleicht ist es ein Fehler, das die Lesung hier nicht weiter annociert wurde, ein lag im selfmarketing, das mir immer noch passiert. Aber ich bringe etwas mit einen kleinen Ausschnitt: Heine über das Virtuosentum, dem ich immer schon abhold war….

Diese Überhandnehmen des Klavierspielens und gar die Triumpfzüge der Klaviervirtuosen sind charakterisch für unsere Zeit und zeugen ganz von dem Sieg des Maschinenwesens über den Geist. Die technische Fertigkeit, die Präzision eines Automaten, das Identifizieren mit dem besaiteten Holze, die tönende Instrumentwerdung des Menschen wird jetzt als das Höchste gepriesen und gefeiert. Wie Heuschrecken kommen die Klaviervirtuosen jeden Winter nach Paris, weniger um Geld zu erwerben, als vielmehr um sich hier einen Namen zu machen, der ihnen in anderen Ländern desto reichlicher pekuniäre Ernte verschafft. Paris dient ihnen als ein Art Annoncenpfahl, wo ihr Ruhm in kolossalen Lettern zu lesen ist.

Die Ehrlichkeit, quasi schon Unsolidarität mit anderen „Kunstschaffenden“ ist seltenes Gut, kaum vorstelbar in der Bussi-Bussi-Medienwelt, komm ich zu Dir und Du zu mir. Schon einleuchtend, das der arme Mann einsam sterben mußte.

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