Döblin

Lübeck, Backsteingotik, Mann, Katharinenkirche, Nieselregen, sich langsam steigernd bis er erwachsen vom Himmel fällt. Ich suche Zuflucht im Cafe, freue mich ob netter Geste, das wienerische Glas Wasser zum Milchkaffee erfreut mein Herz. Schlemmen in der Weinstube, Lammbratwürtschen aus Südfrankreich, Blaubeersenf aus Monschau und eingelegte Schalotten. Das nenn ich mal Globalisierung und lasse es mir schmecken. Das Faktotum sitz beim Nachmittagsschoppen und textet uns gandenlos zu. Wieso gab Gott mir dieses Du-kannst-mir-alles-erzählen-Gesicht. Wieso macht der Typ nicht einfach nen Blog auf?

Gestern dann nichts, aber viel Wind und mehr von gleichen Grau. Im Wallenstein geschmökert, folgendes
stimmt mich nachdenklich:

„Wo bleiben wir wenn wir jedem wie ein Salomo recht geben wolten. Sie disputieren mir den Stuhl unter den Beinen weg, auf dem ich sitze; von Gründen würde mir die Kappe weggeblasen werden. Recht, Recht ist nur eine Begleiterscheinung.“

Weiter unten:

„Das Wichtigste bleibt immerhin: das Recht muß erkämpft werden. Wird es das nicht-“ „So ist es kein Recht“

Jetzt geh ich wieder an den Strand und denk über Spannung nach.

2 Responses to Döblin

  1. Eben, das Recht muss erkämpft werden, sonst ist es keins, quod errat demonstrandum.
    Setz‘ dich durch gegen dein Gesicht, ohne Rücksicht auf Verluste, mach‘ ihm klar, dass es nicht einfach irgendwelche Quälgeister anlocken darf, die dir den Tag versauen, sonst …! Na ja, weiß auch nicht, such dir was aus. ;o)

  2. Mich fasziniert ja gerade das unmoralisch machiavellische an den Aussagen. Mehr ein Schaudern als echte Übereinstimmung. Nächstens zitiere ich wohl gezielter.

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