Brötzmann- still alive

„Machinegun“ war die erste FMP Scheibe, die ich aus der Stadtbücherei in mein Jugendzimmer schleppte. Wahrscheinlich hatte mich der deutsche Klappentext zur Mitnahme ermutigt, und selig die unbefangenen Tage, als alles neu war. Viel hatte ich noch nicht gehört, ein bißchen Parker, A Love Supreme, Ellinton und Armstrong. Es fehlte nicht viel und ich hätte mich eingenäßt. Als ich Brötzmann dann 1988 auf einem Festival in Budapest hörte, zusammen mit der ganzen Garde der DDR-Improvisatöre, war ich musikalisch eine Generation weiter und hielt den Kraftmeier mit seinem aufgebohrten Tenor für ein Relikt und bereit für den aesthetischen Kompost. Es gibt ihn immer noch und mittlerweile ringt mir die Beharrlichkeit der Entwicklungsverweigerung einigen Respekt ab. Sogar die Tranzendierung des Nichtkönnens lehnt er ab. Chapeau. Das ist Haltung.

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