Herkulesstaude: Geiz oder Dummheit?

Ein klassischer Fall von Fehlplanung treibt mich mal wieder verzweifelt an die Tastatur. Aber fangen wir doch einmal postiv an

Die Stadt Düsseldorf bekämft die Ausbreitung der Herkulesstaude. Das finden wir gut.
Aber leider wird mal wieder alles falsch gemacht. Das bedauern wir. Denn wie man hier lesen kann ist Mähen leider das falsche Mittel.

Diese verbreitetste Bekämpfungsmethode ist, wenn nur zwei- bis dreimal im Jahr durchgeführt, völlig nutzlos. Aus der Speicherwurzel kann Heracleum in wenigen Wochen die verlorene Blattmasse ersetzen.
In einem normalen Bestand von ein- bis dreijährigen Pflanzen erschwert das Mähen die gezielte Entfernung der Samenstände, weil sie niedrig bleiben und im Blattwerk der Nichtblüher verschwinden. (Zitiert aus
Die Eindämmung der Herkulesstauden,- Empfehlungen aus der Praxis – von Dr. Wolf Herold)

Statt einmal das Gebiet in einer mehrtägigen und anstrengenden Aktion durch Ausgraben der Speicherwurzeln zu säubern, kommen die Arbeiter der Stadt jedes Jahr wieder und verrichten ewig die gleiche, nutzlose Arbeit, die mehr schadet als nützt und das Problem ins Endlose verlängert. Wahrscheinlich gibt es klare Haushaltsmittel zur „Unkrautbekämpfung“, oder dergleichen Topfdeckelung, und das geht dann so seinen Gang.

Gemähte Herkulesstauden

2 Responses to Herkulesstaude: Geiz oder Dummheit?

  1. O wie dankbar ich bin, daß nicht ich es war, sondern die Franzosen 1890!
    Gegen Ender der 70-er hatten wir die Staude nichtsahnend aus Dänemark importiert, im Nachhinein ist mir aber noch eingefallen, daß ich damals auch schon früher eine Herkulesstaude gesehen haben muß, nämlich in den brachliegenden Schrebergärten zwischen Stockum und Lohausen, damals, als schon die unsinnige Brücke über den Rhein geplant wurde.

    Wir haben das garstige Gewächs aus dem Garten verbannen können: Während der Blüte abschneiden. Die Pflanze schlägt zwar wieder aus, aber mehfaches Abschneiden während der Blütezeit hat ihnen den Garaus gemacht.
    Wenn schon zu faul oder kein Geld, um auszugraben, dann ließe es sich ja so machen wie jetzt, nur den richtigen Moment abpassen, bitte.

  2. Wie sie es machen ist mir ja wurscht, aber jedes Jahr die gleiche erfolglose Nummer abziehen, das ist doch erbärmlich. Ich zitiere mal etwas ausführlicher

    Diese verbreitetste Bekämpfungsmethode ist, wenn nur zwei- bis dreimal im Jahr durchgeführt, völlig nutzlos. Aus der Speicherwurzel kann Heracleum in wenigen Wochen die verlorene Blattmasse ersetzen.
    In einem normalen Bestand von ein- bis dreijährigen Pflanzen erschwert das Mähen die gezielte Entfernung der Samenstände, weil sie niedrig bleiben und im Blattwerk der Nichtblüher verschwinden.

    Gelingt es, durch mehrmaliges Mähen die Samenreifung zu verhindern, ist trotzdem nichts gewonnen, weil die Pflanze, die keine Samen gebildet hat, nicht abstirbt, sondern im folgenden Jahr aus vergrößerter Wurzelknolle erneut austreibt und Blüten bildet.
    So geht es über Jahre fort, wenn weiter gemäht wird.

    Im Vorjahr gemähte Pflanzen bilden meist – ähnlich solitär stehenden – außer der Hauptdolde mehrere kleinere Nebenblütendolden, die das Einsammeln der Samenstände erschweren, weil sie im dichten Bestand leicht übersehen werden.

    Wirksam ist Mähen nur, wenn es im Abstand von ein bis zwei Wochen über eine Vegetationsperiode hinweg geschieht, also sechs bis acht mal. Das ist nur auf Rasenflächen möglich, nicht auf unebenen oder gehölzbestandenen Standorten, die die Mehrzahl bilden .

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