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Mal Klassik transkribieren?

Transkribieren ist wohl das mächtigste Werkzeug, das einem Musiker zur Verfügung steht, auch wenn es nicht so viel benutzt wird, wie es sollte.

„A magical thing happens when you listen to a recording of your favorite player and begin to play along with the record. It’s almost as if an unconscious transformation takes place, an instant instruction through aural osmosis. Simply by sitting by the speakers with your instrument and taking in those sound waves, you can instantly imitate that player’s unique musical style.Ironically though, many of us miss this connection because we have tunnel vision on the music theory. Somewhere along the way, we’ve picked up this mentality that you learn the notes in one place and get the style from another. Chances are you’ve even heard someone describe musical style with words while teaching improvisation: “bend that note, lay back on the time there, ghost those notes, play with a brighter sound, tongue those notes shorter, put some edge on it!” These phrases give you a general target to aim at, but when compared with the actual sound, these verbal descriptions continually fall short of the intended target.“ Weiterlesen bei Jazzadvice.com

Bei einem Spaziergang die vergangenen Tage, fragte ich mich, wieso es unter Klassikern nicht so verbreitet ist, oder wird es überhaupt betrieben? Gedacht- getan.  Wenn man schon einmal einer mittenlastigen 50ger Jahre Aufnahme ihr Geheimnis abgerungen hat, ist es recht leicht, und wenn man den Einstieg in das Transkribieren sucht, ist es ein guter Weg. Hier die Früchte einer unterhaltsamen Viertelstunde.

Lesen
Crusell-Klarinettenquartett, c moll, Allegro molto agitato
oder
Hören

 


Robert Stark, Serenade für 2 Klarinetten, Bassethorn und Bassklarinette op.55

Die Noten waren ein Trödelmarktfund und sind seit bestimmt 10 Jahren in meinem Archiv. Bei meinem Umzug ins Studio nahm ich alle Noten einmal in die Hand und vieles wanderte in den Müll- dieses aber nicht.

Über Stark ist nicht viel zu erfahren, zu klein das Werk für einen Wikieintrag. Geboren 1847 im Vogtland kommt er durch und über das Militär zu musikalischer Ausbildung und beschließt sie 1868/69 am Dresdner Konservatorium. Sein Arbeitsleben beginnt 1871 am Chemnitzer Orchester und führt ihn als Soloklarinettist nach  Wiebaden. 1881 wird er Dozent für Klarinette in Würzburg. Er veröffentlicht ein Klarinettenschule und einige Kompositionen für drei bis vier Klarinetten. Hierzu gehört dann auch die Serenade Eb Dur, op. 55. (Das Bassethorn: Seine Entwicklung, seine Musik, Grass, Demus, 2002)
Populär scheint eine Bearbeitung für 2 Klarinetten und 2 Fagotte zu sein, die in der Sibley Music Library zu finden ist. Ich habe die Originalbesetzung abgetippt und mir erlaubt das Bassethorn sowohl durch eine 3. Klarinette und ein Altklarinette in Eb als Substitut beizufügen. Eine komplette Aufnahme findet man natürlich auf youtube.

Hier  dann alle Noten für den ersten Satz als Download