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Was bedeutet Geschwindigkeit

Geschwindigkeit, Tempo ist nur eine Kategorie des musikalisch Ausdrucks. Interessanterweise steht sie besonders im Fokus. Man wird bemerken, das die Geschwindigkeit, vulgo Virtuosität, eines Spielers mehr Aufmerksamkeit errregt und erinnerlicher bleibt, als daß der Hörer ihn wegen seines ausdrucksstarken Spiels im pianissimo wahrnimmt.

Sopransaxophon für Kinder umgebaut

Wie hier schon beschrieben geht es mir bei der Thematik Saxophon für Kinder hauptsächlich um Ergonomie. Für einen besonders zarten siebenjährigen Jungen habe ich ein Desmonds & Sons Sopran Saxophon umgebaut. Die Hoch  D, Dis und E Klappe wurde demontiert, sowie die Seitentriller A/Bb und H/C. Die Stopfen sind aus handelsüblichen Aluminiummaterial gedreht. Arbeitszeit zwei Stunden, aber nur, weil meine Drehbank nicht ganz so präzise ist, und ich öfter mal nachmessen muß.

 

Kindersaxophon- Pro und Contra

Die Tage, da man ein Kind von sechs, sieben Jahren mit einer Blockflöte ablenken konnte sind lange vorbei.  Siebenjährige wissen heute in der Regel welches Instrument sie spielen wollen und lassen sich nicht mehr mit dem pädagogischen Gerät der 70ger  „ruhigstellen“.
Die Didaktik hat reagiert. Es gibt sowohl kindgerechte Instrumente,  als auch eine angepasste Litratur. Trotzdem herrscht bei der Frage, ob man ein gebogenes Sopran, oder ein abgespecktes Alt verwenden soll keine große Einigkeit.  Das Pro und Contra des Diskurses  sieht ungefähr aus wie folgt:

Pro Sopransaxophon

  • Keine technischen Probleme, Handstellung und Körperhaltung sind größengerecht
  • Preis  für ein Einsteiger bzw Übergangsinstrument vertretbar( ca. 550,-€)

Contra Sopransaxophon

  • Schwierig zu intonieren

Pro Altsaxaphon

  • Bessere Intonation

Contra Altsaxophon

  • Schlechte Körperhaltung
  • Preis bei vollwertigen Instrument ab 1000,-€
  • Kindgerechtes Alphasax von Trevor James ist schwierig zu beschaffen- Preis variert stark (680-1600,-€)

Man segelt also zwischen Skylla und Charybdis.
Früher war ich auch ein Anhänger der „Warten-Sie-bis-das-Kind-groß-ist“  Fraktion, weil ich aus eigener Erfahrung weiß, wie lange es braucht um einmal eingeübte Fehlhaltungen aus dem Körper zu bekommen.  Andererseits mochte ich auch keine Kinder, die auf dem Sopran herumquietschen.  Zum Umdenken brachten mich Gespräche mit Kollegen aus der Streicherfraktion.  Das bundlose Instrument intoniert ja auch nur so gut, wie der Spieler hört.  Halbe- oder gar Viertelgeigen mit noch kleineren Mensuren verstärken das Problem. Die meisten Anfängerstreicher klingen dementsprechend fürchterlich, aber die  fortgeschrittnen Eleven intonieren deutlich besser, als die gleichaltrigen Bläser. Wieso soll also ein Bläser nicht auch an einem schwierig zu intonierenden Instrument lernen können? Letztlich ist es immer das Kind, der Mensch, der die Musik macht.
Mittlerweile finde ich, dass  Instrument sollte so gut intonierbar sein wie möglich, und zu dem den Körperbau des Kindes optimal passen. Das Problem einer ungenauen Intonation hängt aus meiner Erfahrung stärker mit dem nicht entwickelten musikalischen Hören zusammen. Da ist dann der Lehrer und das Lebensumfeld gefordert. Singen, singen singen und hören, hören, hören.