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Merchandising schafft Mißverständnisse
von Rainald | Februar 23, 2006
Was ist ein Webblog? Das versucht die Veranstaltung “mal eben um’s blog” vom Handelsblatt organisiert zu erklären. Natürlich geht es daneben. Ein paar “A” Blogger lesen ihre lustigsten Texte. Jeder unbedarfte Zuhörer denkt: Das sind die mit den lustigen Texten und damit wird ein Phänomen in den selben Topf geworfen wie Tresenlesen, die Vorleser und der Literaturkreis Mühlheim. Hoffentlich verkaufen sie ein paar Bücher.
Erschienen unter: Jam Session, Utopie ( Free Jazz) |

Februar 23rd, 2006 at 11:34
Da werden die Zuhörer unterschätzt. Nur manch ein Blogger meint, allein zu wissen, was ein Blog ist und sein darf - und wo es vorgetragen werden darf. Warum nur virtuell?
Februar 23rd, 2006 at 12:53
Weil es reduziert. Blog minus links, minus Kommentare, minus trackback wird plaintext, mehr oder weniger literarisch, besser oder schlechter gelesen. Führt zu falscher Einordnung. Wie der Kollege schon meinte…
Februar 23rd, 2006 at 14:17
Eben: Zuhörer. Da geht die Reduktion schon los…
Februar 23rd, 2006 at 17:49
da hat mein kollege also völlig umsonst flip-charts ins savoy geschleppt - hatte beamer vorgeschlagen - aber das wäre dann vollends…
wars denn wenigestens gut besucht das blog ??
Februar 25th, 2006 at 12:51
Stimmt schon, dass ganze hatte was von der Lesesung des Literatur-Zirkel “Dülkener-Heide”. Die Texte waren alle ganz interessant, der eine mehr der andere weniger. Aber so richtig Blog ist das nicht. Zumindest die Kommentare hätten ja mal mit durchgegeben werden können. Oder Live-Komentierung durchs Publikum.
Aber dafür war der Anschluss doch umso schöner;)
Februar 25th, 2006 at 22:35
minus Kommentare, minus trackback? wieso minus kommentare? ist es so viel leichter kommentare zu schreiben als kommentare zu sagen? sind kommentare nur gültig wenn man sie schreibt und sich mit einem schwachsinnigen spamblocker auseinandersetzen muss?
dass wir in einem kino gesessen haben heisst doch nicht, dass man seine schnauze halten musste, vorlesen ist genausowenig einbahnstrasse wie bloggen. mir fällt es schwer feedback so einfach in gut un dschlecht einzuordnen, ein link von einem anderen blog, ein lacher aus dem publikum, ein zwischenruf, ein paar sprüche von siggi becker direkt ins gesicht, ein kommentar von don alfonso im blog — wo sind da die unterschiede?
was ist dass hier anders als ein trackback zur lesung, zur anschliessenden diskussion zum für und wider solcher aktionen?
ich habe eher das gefühl hier gehts um strukturkonservatives rumgenöle: so ham wa das ja noch nie gemacht, wo kommen wir denn dahin wenn jeder mit seinen texten macht was er will und die nicht einfach nur brav in sein blog tippt?
Februar 25th, 2006 at 23:19
Also mir haben die Texte von IX und Don Dahlmann schon gefallen.
Aber irgendwie deplaziert habe ich mich dennoch gefühlt, so ohne Nadelstreifen.
Und dann noch dieser Patzer mit den 2- ähh … 300 Besuchern, och nöö, hätte doch nicht sein müssen.
Wie anderenorts schon gesagt, Relevanz hat doch nichts damit zu tun, wieviele Besucher vor Ort waren.
Februar 26th, 2006 at 12:16
Das Kontext auch Bedeutung schafft, ist so eine mini-marginale Entdeckung der Postmoderne. Schafft man ein Klo ins Museum verändert sich die Bedeutung. Schafft man Texte aus diesem Interdings auf eine Kleinkunstbühne verändert man die Bedeutung. Legitim iss ja alles. Man muss nur bereit sein die Folgen zu tragen…
Februar 26th, 2006 at 12:22
Nachtrag: Ich habe keine Veränderungsphobie
Februar 26th, 2006 at 13:25
Sonntagmorgen und es rappelt im blog- so mag ich das.
Es geht um Bedeutung und Wahrnehmung eines Phänomens. Jede Kommunikationform besitzt spezifische Qualitäten. Das ist weder gut noch schlecht. Der Transport von einem Medium ins andere verändert einige davon. Auch das ist an sich wertfrei.
Aber das branding, das auf solchen Lesungen stattfindet ist bedeutungsvoll. You never get a second chance , to give a first impression. Klischeebldung live, das bereitet mir Unbehagen. (Jazz- Dixie, Freejazz- Lärm, bloggen- privat und lustig)
Das sich die Leseblogger jetzt angepisst fühlen, ist eigentlich ein Mißverständnis, denn sie haben ja nicht die Auswahl getroffen, der eigentlich Adressat der Kritik ist der Veranstalter. Aber auch da vermute ich keine böse Absicht, sondern nur das Bemühen eine unterhaltsame Performance auf die Bühne zu bringen.
Februar 26th, 2006 at 13:26
Und wieso bin ich ein Stummer?
Februar 26th, 2006 at 14:31
das mit dem stumm war so eine vermutung, weil du die kommentare bei der lesung vermisst hast. um zur überzeugung zu gelangen bei einer lesung nicht kommentieren zu können gibts zwei, drei möglichkeiten. eine davon ist stummheit.
und wer fühlt sich angepisst? abgesehen davon dass ich mich nicht angepisst fühle verstehe ich wohl nicht ganz worum es hier gehen mag; „branding“, „klischebildung“, „wertfreier medientransport“ — hört sich meiner meinung nach alles etwas zu bedeutungsschwanger an, als ob du der veranstaltung ein wenig zuviel an bedeutung zumessen würdest.
Februar 26th, 2006 at 14:36
Helau!
Februar 27th, 2006 at 10:00
alaaf geht auch - ich werde den veranstalter morgen ins gebet nehmen - im überigen sollte das ja mehr ein vhs kurs sein - so nach dem motto
Einführung ins blog Anfänger teil 1