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	<title>Topfgucker | </title>
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		<title>Zungengrundmandelgenesungssuppenrezept</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Nov 2006 13:53:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rainald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jam Session]]></category>
		<category><![CDATA[Topfgucker]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Thema Magenspiegelung ist enorm hip in der Blogosph&#228;re, und nat&#252;rlich rei&#223;t es mich schier in St&#252;cke, da&#223; ich da nicht mithalten kann. Sogar mein akuter Infekt ist v&#246;llig untrendy. Mein entz&#252;ndetes Organ hei&#223;t Zungengrundmandel, und bis gestern hatte ich keine Ahnung, da&#223; sie existiert. Nun ist so eine Krankheit f&#252;r vieles gut, man liest,...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Thema <a href="http://technorati.com/search/Magenspiegelung">Magenspiegelung </a>ist enorm hip in der Blogosph&#228;re, und nat&#252;rlich rei&#223;t es mich schier in St&#252;cke, da&#223; ich da nicht mithalten kann. Sogar mein akuter Infekt ist v&#246;llig untrendy. Mein entz&#252;ndetes Organ hei&#223;t <a href="http://www.google.de/search?q=Zungengrundmandel&#038;start=0&#038;ie=utf-8&#038;oe=utf-8&#038;meta=lr%3Dlang_de&#038;client=firefox-a&#038;rls=org.mozilla:de:official">Zungengrundmandel</a>, und bis gestern hatte ich keine Ahnung, da&#223; sie existiert.<br />
Nun ist so eine Krankheit f&#252;r vieles gut, man liest, zappt, und pflegt sich. Zur Pflege eines jeden Infektes geh&#246;rt nat&#252;rlich ein H&#252;hnersuppe, damit bin ich dann mal wieder beim Kochen.<br />
Ein richtiges Huhn bekommt man nat&#252;rlich nicht um die Ecke. Und heute war ich auch nicht auf dem Markt oder beim Bauern, also m&#252;ssen vier Keulen vom T&#252;rken reichen. Die werden gewaschen und im kalten Waser nur mit Salz aufgesetzt. Das Gr&#252;n von einer Stange Poree, zwei ganze M&#246;hren, was an dem Fenchel nicht wei&#223; ist, zwei Zwiebeln die halbiert gebr&#228;unt werden, ein Petersilienwurzel, all das bereite ich vor, w&#228;hrend die H&#252;hnerbeine langsam zu k&#246;cheln beginnen. Nun haben sie wieder meine ungeteilte Aufmerksamkeit, denn ich bin einer von denen, die die Suppe absch&#246;pfen. Langsam bis die Suppe klar ist nehme ich mit der Schaumkelle immer wieder den grauen Schaum ab, bis das Wasser beinahe klar vor sich hin simmert. Dann f&#252;ge ich da Gem&#252;se hinzu, und erst dan Gew&#252;rze: Ein Dutzend Pfefferk&#246;rner, drei Nelken, drei Lorbeerbl&#228;tter, und weil ich es f&#252;r gesund halte, heute ein gro&#223;es St&#252;ck Ingwer in eine Menge Thymian.<br />
Auf den kleinen Br&#228;ter hebe ich mit letzter Kraft- Antibiotika laugt so aus- den tonnenschweren Deckel, und stelle das Feuer klein. Nun kann ich f&#252;r eine dreiviertelstunde wieder ins Bett kriechen. Dann sind die H&#252;hnerbeine gar und k&#246;nnen vom Knochen gel&#246;st werden. Das ausgekochte Gem&#252;se schmei&#223;e ich weg.  Ich ersetze es mit dem wei&#223;en von  Porrèe und Fenchel, zwei kleingeschnittenen M&#246;hren, einen ordentlichen St&#252;ck Sellerie und einem Kilo Linda. Dann vergehen noch einmal zwanzig Minuten und es ist fertig, das <a href="http://www.google.de/search?q=j%C3%BCdisches+Penicilin&#038;start=0&#038;ie=utf-8&#038;oe=utf-8&#038;meta=lr%3Dlang_de&#038;client=firefox-a&#038;rls=org.mozilla:de:official">j&#252;dische Penicillin</a>.</p>
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		<title>Sichuank&#252;che in D&#252;sseldorf- Track 21</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Jul 2005 21:40:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rainald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Topfgucker]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu den Sch&#228;tzen aus der Bibliothek meines Vaters geh&#246;rt ein Kochbuch mit dem schlichten Titel &#8220;Das gro&#223;e Buch der chinesichen Kochkunst&#8221;. Es umfasst beinahe vierhundert Seiten und wiegt gut dreiviertel Pfund. So manches mal wollte ich einem Chinaimbissmann auf den Kopf semmeln, um ihn an die gro&#223;e kulinarische Tradition seiner Heimat zu erinnern. Es unterscheidet...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu den Sch&#228;tzen aus der Bibliothek meines Vaters  geh&#246;rt ein Kochbuch mit dem schlichten Titel &#8220;Das gro&#223;e Buch der chinesichen Kochkunst&#8221;.  Es umfasst beinahe vierhundert Seiten und wiegt gut dreiviertel Pfund.  So manches mal wollte ich  einem Chinaimbissmann auf den Kopf semmeln, um ihn an die gro&#223;e kulinarische  Tradition seiner Heimat zu erinnern. Es unterscheidet auf den ersten Seiten gut vierzig verschiedene Garmethoden, allein sechs Arten in Wasser zu kochen. Der normale Chinakoch&#8230; ach lassen wir das. Kommen wir zum Lob.</p>
<p>Ich wei&#223; nicht mehr genau, was meine Neugier  erregte, wahrscheinlich waren es  die typischen, putzigen Rechtschreibfehler.  Jede Menge  davon. Ein echter Eyecatcher.  Die Karte war nicht durchnummeriert- ich esse immer die 69- und es gab kein H&#252;hnerfleisch s&#252;&#223;-sauer. Da habe ich es mir einfach mal gemerkt.<br />
Das war gut gemerkt! Obwohl uns ein kleiner Zweifel kam, als wir das menschenleere Lokal betraten. Mich zumindest f&#252;r einen Augenblick. Es gibt drei Karten. Eine gr&#252;ne mit dem &#252;blichen Chopsueygem&#252;seunfug, eine rote f&#252;r neugierige Menschen und eine f&#252;r Chinesen. Wir bekamen die rote und bedanken uns hiermit bei Frau Hui f&#252;r ihre Menschenkenntnis. Dreierlei suchten wir mit ihrer Hilfe aus: einen Salat aus Gurke, Karotte und Glasnudeln, mit einem dunklen Dip, leicht scharf und einer Ahnung von Ingwer, Schweinefleisch mit Gurke, und gebratenen Tofu mit Hackfleisch und schwarzen Bohnen. Drei scharfe Gerichte, aber jedes hatte einen eigenen Geschmack, der Salat rauchig, das Schwein s&#252;&#223;lich, der Tofu  kr&#228;ftig w&#252;rzig durch die  fermentierten schwarzen Bohnen.  Frau Hui zeigte uns vorher in einem Kochbuch wie unsere Bestellung auss&#228;he und beriet uns mit unaufdringlicher Freundlichkeit.  Da werde ich jetzt &#246;fter essen. </p>
<blockquote><p><center>Track 21<br />
Friedrich-Ebert-Str. 43<br />
40210 D&#252;sseldorf<br />
Tel: 0211 830 2122</center></p></blockquote>
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		<title>Gentechnik und Hardware</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Apr 2005 16:39:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rainald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Topfgucker]]></category>

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		<description><![CDATA[Was braucht man in einer K&#252;che? So wenig wie m&#246;glich ist da ja mein Credo, und so gut wie m&#246;glich. Kein Schnickschnack. Trotzdem bin ich ganz begeistert von diesem Fundst&#252;ck. Man kreuze die Espressokanne mit dem Milchk&#228;nnchen&#8230;. et viola]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was braucht man in einer K&#252;che? So wenig wie m&#246;glich ist da ja mein Credo, und so gut wie m&#246;glich. Kein Schnickschnack. Trotzdem bin ich ganz begeistert von diesem Fundst&#252;ck. Man kreuze die <a href="http://www.bialettishop.com/BW/Movie/MukkaMovie.htm">Espressokanne mit dem Milchk&#228;nnchen&#8230;. </a>et viola</p>
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		<title>Wirsing- Das beste Gem&#252;se</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Feb 2005 19:58:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rainald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Topfgucker]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor sechs Wochen machte ich Schlu&#223; mit dem Rauchen. 22 Jahre qualmte ich und ich erlebe nun beinahe ehrf&#252;rchtig die Wiederauferstehung meiner Geschmacksknospen. Nat&#252;rlich esse ich seitdem mehr, aber ohne schlechtes Gewissen. Fast schon liebevoll bestaune ich die ersten Fettpolster an mir. Fairerweise sei verk&#252;ndet, bisher hatte ich immer Untergewicht. Heute will ich hier ein...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor sechs Wochen machte ich Schlu&#223; mit dem Rauchen. 22 Jahre qualmte ich und ich erlebe nun beinahe ehrf&#252;rchtig die Wiederauferstehung meiner Geschmacksknospen.  Nat&#252;rlich esse ich seitdem mehr, aber ohne schlechtes Gewissen. Fast schon liebevoll bestaune ich die ersten Fettpolster an mir. Fairerweise sei verk&#252;ndet, bisher hatte ich immer Untergewicht.<br />
Heute will ich hier ein Loblied singen auf einen Schatz, den ich meinen Schwiegereltern danke: Ein kleiner, irdener Topf voller G&#228;nseschmalz.  Beinahe h&#228;tte sie Heilgabend das goldgelbe Fett der Freilandgans aus Nachbarsgarten fortgesch&#252;ttet- ich habe nicht alles retten k&#246;nnen.<br />
Seitdem verfeinere ich vor allem gutb&#252;rgerliches mit einem L&#246;ffel dieses Fettes. &#214;kotrophologen haben es zwar wegen des hohen Anteils an ges&#228;ttigten Fetts&#228;uren seit langen in Acht und Bann getan, sein unvergleichliches Aroma k&#246;nnen wir aber mit nichts ersetzen.  Verzichten will ich auch nicht. Nun denn. Die Jahreszeit ist immer noch dunkel und kalt, Eintopfzeit, und Zeit f&#252;r Kohl in allen Varianten.  Unter allen Pflanzen dieser Art ist mir der Wirsing fast der liebste.  Geschmort, als Roulade, mit Lamm Wirsing bleibt immer Kohl, ist aber fair zu seinen Partnern. Nun habe ich heute eine Variante entdeckt, einfach und trotzdem umwerfend. Was tat ich in den Topf? Zwei gro&#223;e Schalotten, zwei fingerbreit Speck beides in kleinen W&#252;rfeln und nat&#252;rlich bestes G&#228;nseschmalz, einen guten Essl&#246;ffel.  Die H&#228;lfte von einem kleinen Wirsing fand nach und nach seinen Weg in den Topf und allles zusammen habe ich bestimmt 10 Minuten angeschwitzt.  Schwach gesalzen, wenig gepfeffert und schlie&#223;lich mit einem achtel Riesling abgel&#246;scht. Dann die Flamme noch kleiner gedreht und vier kleine geviertelte M&#246;hren sternf&#246;rmig zusammen mit einigen Stengeln Thymian auf den Wirsing verteilt. Zu guterletzt go&#223; ich 200ml Sahne &#252;ber alles , schlo&#223; behutsam den Deckel und verlie&#223; die K&#252;che f&#252;r ein Stunde. </p>
<p>Was ich danach im Topf vorfand war schlicht der perfekte Wirsing, salzig, rauchig, s&#252;&#223; und kohlig, immer noch bi&#223;fest, schlicht ein Gedicht. </p>
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		<title>Schnibbelskuchen</title>
		<link>http://www.schueckens.net/index.php/archives/schnibbelskuchen/2004/10/26/</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Oct 2004 18:13:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rainald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Topfgucker]]></category>

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		<description><![CDATA[Einst durfte ich mir eine Henkersmalzeit w&#252;nschen, naja nicht ganz, ich verlie&#223; die Familie zum erstenmal mit Rucksack und ungewissem Ziel. Mein Wunsch betr&#252;bte meine Mutter, die unter einem guten Essen immer ein Rumpsteak verstand, und erfreute meinen Vater, dem ich das Rezept verdanke: Schnibbelskuchen. Der Schnibbelskuchen steht und f&#228;llt mit der G&#252;te der Kartoffel...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einst durfte ich mir eine Henkersmalzeit w&#252;nschen, naja nicht ganz, ich verlie&#223; die Familie zum erstenmal mit Rucksack und ungewissem Ziel. Mein Wunsch betr&#252;bte meine Mutter, die unter einem guten Essen immer ein Rumpsteak verstand, und erfreute meinen Vater, dem ich das Rezept verdanke: Schnibbelskuchen. </p>
<p>Der Schnibbelskuchen steht und f&#228;llt mit der G&#252;te der Kartoffel und des Specks. Mein Favorit der Saison ist die halbfeste Linda und kommt von den nahen Terrassen des Bergischen Landes, aber da mu&#223; jeder schon selbst schauen.  Nun zum Prozedere.</p>
<p>Es braucht nat&#252;rlich einen Pfannkuchenteig. Etwas dickfl&#252;ssiger darf er sein, nicht zu viele Eier, sonst wird er zu hart. Mit Sprudel  gelingt am besten. Eine Prise Salz darf nat&#252;rlich nicht fehlen.<br />
Dann die Kartoffeln, gesch&#228;lt und in feine Pommesstreifen (das MC Donaldma&#223;) zerteilt, und in Scheiben geschittener Speck.<br />
Die besten Ergebnisse habe ich mit einer schweren, gu&#223;eiseneren Pfanne franz&#246;sischer Bauart zustande bekommen. Der Schnibbelskuchen braucht langsame, gleichm&#228;&#223;ige Hitze, hier bekommt er sie.<br />
Damit die Kartoffeln garen brauchen wir eine gut schlie&#223;enden Deckel. Jetzt geht es los.</p>
<p>Fett mu&#223; in die Pfanne, eine satte Pf&#252;tze, die Hitze darf ordentlich sein, der Speck deckt den Pfannenboden reichlich aus und darf beim hineinlegen schon aufbrutzeln. Der Pfannkuchenteig sollte sofort anziehen wenn wir ihn sogleich daumendick obenaufgie&#223;en. Dann schnell die Kartoffeln auf dem Teig verteilen und zart aber unnachgiebig in die Pampe dr&#252;cken. Den Deckel schlie&#223;en und die Flamme klein stellen. Zehn, zw&#246;lf Minuten verbringt ein Schnibbelskuchen auf jeder Seite. Die Kartoffelseite brate ich mit Butter. </p>
<p>Das Ergebnis ist ein goldgelber, knuspriger Schnibbelskuchen, der eigentlicht nur noch Salz und Pfeffer braucht, um mich gl&#252;cklich zu machen. Ein Salat, Endivien oder Feldsalat ist aber kein Fehler. </p>
<p>Guten.</p>
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		<title>&#220;ber das Kochen</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Oct 2004 09:15:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rainald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Topfgucker]]></category>

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		<description><![CDATA[Gute Gr&#252;nde selber gut zu Kochen und zu Backen Eigentlich fing es harmlos an. Ein paar Gerichte m&#252;ssen so schmecken wie bei Muttern. Also schaute ich ihr in den Topf nachdem ich ausgezogen war. Die Motivation war also bewahrend, hm, konservativ. Ebenso des Vaters deftige K&#252;che, D&#228;mpfkartoffeln, Schnibbelskuchen, Schlabberkappes, da hab ich aufgepasst, wollte wissen...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gute Gr&#252;nde selber gut zu Kochen und zu Backen</p>
<p>Eigentlich fing es harmlos an. Ein paar Gerichte m&#252;ssen so schmecken wie bei Muttern. Also schaute ich ihr in den Topf nachdem ich ausgezogen war. Die Motivation war also bewahrend, hm, konservativ. Ebenso des Vaters deftige K&#252;che, D&#228;mpfkartoffeln, Schnibbelskuchen, Schlabberkappes, da hab ich aufgepasst, wollte wissen wie es geht. Ein paar Jahre Nebenerwerbskoch in heimischer Gastronomie. So war das. </p>
<p>Heute stehen die Freunde Schlange, lade ich zu Tisch. Aber es ist nicht nur die Erfahrung und &#220;bung die mich zu einem guten Koch machen, und es ist nicht nur die Freude meiner G&#228;ste die mich  anspornt. Nach wie vor fasziniert mich am Kochen analog zur Musik das Improvisieren und das Timing. So entstehen aus den Resten unkoordinierten Einkaufens Gerichte wie eine Mangold Limettensuppe. Beliebig verl&#228;ngerbare Liste.<br />
Kochen ist nat&#252;rlich lustvoll, weil es eine auf den Genu&#223; ausgerichtete T&#228;tigkeit ist. Es f&#246;rdert au&#223;erdem auch  ganz altmodische Tugenden: Respekt und Ehrfurcht. Was in den Topf wandert, in der Pfanne oder im Wok landet, die Auflaufform f&#252;llt, das Huhn, der Barsch, Zwiebel, Lauch und Koriander, alles war lebendig.  Da mir der protestantische Verzicht der Veganer und Konsorten ein Greul ist, erweise ich den Gemordeten meine Referenz durch beste Zubereitung. Vergebung erlangen nicht die T&#252;tenhansels, sondern nur der dem&#252;tige Mensch, der sich die M&#252;he macht eine Fond zu kochen und damit die Sauce abl&#246;scht.Ein merkw&#252;rdiges Motiv? Nein.<br />
Letztes Argument, Kochen ist Preiswert. Wenn ich mir anschaue, was in der Gebrauchsgastronmie auf den Tellern landet, und was daf&#252;r gelegt wird, legt sich leise Trauer auf meine Seele. 25-30€ verzecht ein Einzelner schnell, und f&#252;r den Deckel eines Sechspersonentisches koche ich ein Menue mit allen Schikanen. Vielleicht kein Tr&#252;ffel dabei, aber sonst nur wirklich gute Zutaten. Eine Kartoffelsuppe Parmentier bereitet man sich f&#252;r 5,-€, hat zwei Tage etwas Leckeres auf dem Tisch und friert die dritte Portion ein. Klingelts?<br />
Lernen wie ein frischer Fisch aussieht, eine mehlige Kartoffel schmeckt und wof&#252;r man sie benutzt, die Gem&#252;sefrau mit der Frage nach Kerbel verlegen machen, all dasmacht das Leben sch&#246;ner und vielleicht auch besser.</p>
<p>Mahlzeit!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Marokkanischer Gem&#252;seeintopf</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Sep 2004 18:21:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rainald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Topfgucker]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieses Rezept stammt von meiner Schwester und ist meine liebste Neuentdeckung, obwohl ich ja sonst ein lustvoller Fleischfresser bin, dunkel Geschmortes und deftiges bevorzuge. Also mal etwas vegetarisches. Was braucht man? Einen gro&#223;en und schweren Topf, am besten fingerdicker Gu&#223;, nix was im Ikea Starter Paket ist sondern ein Topf, der einem beinahe den Arm...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieses Rezept stammt von meiner Schwester und ist meine liebste Neuentdeckung, obwohl ich ja sonst ein lustvoller Fleischfresser bin, dunkel Geschmortes und deftiges bevorzuge. Also mal etwas vegetarisches.<br />
Was braucht man? Einen gro&#223;en und schweren Topf, am besten fingerdicker Gu&#223;, nix was im Ikea Starter Paket ist sondern ein Topf, der einem beinahe den Arm auskugelt, wenn man ihn anhebt. So m&#252;ssen T&#246;pfe sein.<br />
Dann nat&#252;rlich Gem&#252;se:<br />
Zwiebel<br />
Staudensellerie<br />
M&#246;hren<br />
Lauch<br />
Fenchel<br />
Tomaten (2-3 Pfund)<br />
in zwei Finger dicken Schichten, man kann das aber mit jeder Gem&#252;seart erg&#228;nzen.<br />
2-3 Lorbeerbl&#228;tter, am besten frisch.</p>
<p>In den Topf kommt nur &#214;l und das Gem&#252;se. Gew&#252;rzt wird sp&#228;ter. N&#228;mlich nach zwei Stunden die unser Eintopf im Backofen verbringt, bei 100- 120 Grad. Nun wird abgeschmeckt. Mit gem&#246;rsertem Kreuzk&#252;mmel, Korianderperlen, Gelbwurz und Chili(1-3), auch besser frisch, nat&#252;rlich Salz und einer antidi&#228;tischen Portion Butter. Seid nicht kleinlich. Fett ist Geschmackstr&#228;ger.</p>
<p>Dazu gibt es Reis oder Couscous und einen mit Minze oder Dill gew&#252;rzten Joghurt. Ein echter Nachfasser. </p>
]]></content:encoded>
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