Der schnelle Tag ist hin / die Nacht schwingt ihre Fahn /
Und führt die Sternen auff. Der Menschen müde Scharen
Verlassen feld und werck / Wo Thier und Vögel waren
Trawert itzt die Einsamkeit. Wie ist die zeit verthan!
Der port naht mehr und mehr sich / zu der glieder Kahn.
Gleich wie diß licht verfiel / so wird in wenig Jahren
Ich / du / und was man hat / und was man siht / hinfahren.
Diß Leben kömmt mir vor alß eine renne bahn.
Laß höchster Gott mich doch nicht auff dem Lauffplatz gleiten
Laß mich nicht ach / nicht pracht / nicht lust / nicht angst verleiten.
Dein ewig heller glantz sei vor und neben mir /
Laß / wenn der müde Leib entschläfft / die Seele wachen /
Und wenn der letzte Tag wird mit mir abend machen /
So reiß mich auß dem thal der Finsterniß zu dir.
Die Botschaft von Lobo und Holm an die Digitale Bohemè formuliert Udo Lindenberg wie folgt: Hinter’m Horizont geht’s weiter. Das Internet bietet Möglichkeiten. Toll. Meine Frage an die Begriffsclaimer stammt von Bap und lautet: Hallo Wellenreiter, sach wie jet et Dir?
Die Genervtsein in mir kommt von den unbeantworteten Fragen: Warum schreibt man so ein Buch- da geht mir Siggis Banalitätsvorwurf nicht aus dem Kopf- und für wen. Ein ungutes Gefühl der Schwammigkeit verließ mich den ganzen Abend nicht, erinnert mich an die Meinungsnacherzähler im Leistungskurs Geschichte- nichts Neues gesagt aber ein Sternchen für sonstige Mitarbeit ergattert.
Summa summarum- Die Verherrlichung der selbstbestimmten Arbeit als Gegenentwurf zum entfremdeten Werken in Abhängigkeit ist wie Singen im Dunkel; das Aufkleben von Etiketten auf Jahrgänge und Zustände öde.
Omnia mutantur, nos et mutamur in illis. So what.
Eigentlich habe ich ja schon kundgetan, was ich von Bloglesungen halte. Deswege behüte mich der Herr auch davor dergleichen zu tun. Über den Sinn und Unsinn des veröffentlichtenLebens darf ich aber munter spekulieren, hier als auch in echt. Und das tue ich auch. Freunde altstalinistischer Rhetorik und heiterer Zukunftsschau sind deshalb herzlich eingeladen den Herren Becker, Holm und Friebe und mir bei eben diesem Tun zu lauschen.
Vom Sinn und Unsinn des veröffentlichten Lebens.
Eintritt: 5,- EUR / 3,- EUR erm. gefördert vom Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen Veranstalter: zakk
“Machinegun” war die erste FMP Scheibe, die ich aus der Stadtbücherei in mein Jugendzimmer schleppte. Wahrscheinlich hatte mich der deutsche Klappentext zur Mitnahme ermutigt, und selig die unbefangenen Tage, als alles neu war. Viel hatte ich noch nicht gehört, ein bißchen Parker, A Love Supreme, Ellinton und Armstrong. Es fehlte nicht viel und ich hätte mich eingenäßt. Als ich Brötzmann dann 1988 auf einem Festival in Budapest hörte, zusammen mit der ganzen Garde der DDR-Improvisatöre, war ich musikalisch eine Generation weiter und hielt den Kraftmeier mit seinem aufgebohrten Tenor für ein Relikt und bereit für den aesthetischen Kompost. Es gibt ihn immer noch und mittlerweile ringt mir die Beharrlichkeit der Entwicklungsverweigerung einigen Respekt ab. Sogar die Tranzendierung des Nichtkönnens lehnt er ab. Chapeau. Das ist Haltung.