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Angefangen

Begonnen hat das Schuljahr schon länger, fast sind schon wieder Herbstferien. Ich mußte mich erstmal der Zunkunftsmusikerkinder entledigen, bevor das nächste Projekt beginnen konnte. Habe ich dann schon, wenn auch erst ein Termin statttfand. Ich danke Huflaikhan für den freundlichen Rüffler, jetzt doch endlich mal Butter bei die Fische zu tun.

Man kommt an eine Hauptschule im Düsseldorfer Osten, Grenzland zwischen Gerresheim und Flingern, zwischen Müllverbrennung und der alten Glashütte. Früher gabs hier noch echte Kommunisten. In der BV Gerresheim saß- solange Ost-Berlin zahlte- der Herr Bischof und kämpfte für das Proletariat. Tempi passati, und auch am Thema vorbei. Wie ist so eine Hauptschule? Bis auf die Schüler ist alles alt. Die Lehrer, das Gebäude, die Ausstattung, der Geruch. Computer, ja, aber kein spielbares Instrument. Orfschrott aus den 60zigern. Ein paar Brüllwürfel aus progressiveren Tagen. Gitarren ohne Saiten. Zuerst wollte ich meinen Etat für neue Instrumente verbraten, aber es sträubte sich in mir. Statt den Kindern einen Satz Latinpercussion vor die Füße zu werfen, will ich erstmal versuchen mit einfachen, selbstgebauten Instrumenten auf einer Geraüschemacherebene zu arbeiten. Statt mit Videokassetten die Glotze zu beleuchten, nehme ich den Super8 Projektor und habe einen Schwung 1a Kurzfilme bei ebay ersteigert. Mein Favorit: “Cassidy jagd die Viehdiebe”, ein vier Minuten Western und ein Zusammnenschnitt aus “Tarantula”
Eins meiner echten Handicaps im pädagogischen Bereich: mein miserables Namensgedächtnis. Ich bekämpfe es mittlerweile mit digitaler Technik, und habe meine Kinder quasi erstmal erkennungsdienstlich behandelt. So haben sie mich angeschaut.

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Mein anders Handicap: ich bin kein Padägoge und will auch garkeiner sein. Aber mittlerweile habe ich ein paar Tricks gelernt und einer meiner liebsten erfanden die Genalstäbler der Reichswehr. Stecke eine handvoll Menschen in ein unklare Situation und und schau wie sie sich verhalten. Eignungstest. Also warf ich meinen Instrumentenbaukrimskrams ziemlich unsortiert auf den Tisch, und behauptete, da geht was. Leider ging jarnischts, und ich habe dann ein paar Tips gegeben, sparsam aber hilfreich. Die Aktion zerfiel dann recht schnell in zwei Gruppen, eine die ziemlich gut trommelte und ein paar Jungs, die mehr Spaß am Bauen und Tüffteln hatten. Man sieht bei sowas ganz gut, wie es um Konzentration, Beharrlichkeit und Neugier auf Lösungsansätze bestellt ist. Ganz nebenbei mit kann ich dann mit Kompentenz und kleinen Trick beeindrucken. Schonmal klarstellen, das man zwar nett aber auch Cheffe ist. Nächstes mal gebe ich ihnen erstmal ein standbild zum Vertonen und höre mir an, was sie aus dem Bild herauslocken. Und dann ganz langsam weitergehen.

Der Untergang des Hauses Großmann

Manchmal hat man dieses Glück von Ort und Zeit und darf Zeuge sein. Auf dem Weg zu einer Party querten wir den Oberbilker Markt, wunderten und schon über Dunst und Nebel. ein fahles Leuchten, im Näherkommen feinen Sprühregen auf der Haut, ein besonderes Lokalklima. Es waren die Wasserkanonen des Abrisskommandos, die diese besondere Atmospäre schufen.

Wie ein letzter Schneidezahn stand das Haus Großmann an der Ecke Mindener/Werdener Straße im Maul der Stadt. Zu nichts nutze, vielleicht außer ein paar sentimentalen Erinnerung. Gegenüber hatte einst das erste Cafe Rosa gestanden- wahrscheinlich hat die einstige Großmann Klientel dies nich mit Freude beobachtet, aber die Dumpfheit des Milieus läßt bei mir keine Häme aufkommen. Mittlerweile sind mir Butzenglasspießer lieber als die Jünger der Effiziens und der Gewinnmaximierung.
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Wieder einmal hat sich Düsseldorf von einem Stück Geschichte getrennt, das letzte Wohnhaus aus Gründertagen am Oberbilkermarkt ist fort. Wie immer verhalten Stadtplaner und Investoren sich so, als ob sie noch eine zweite Stadt in der Tasche hätten. Haben sie nicht und wir nicht.Gegen vier Uhr morgens verließ ich die Szene, verstaubt und mit Mörtelgeschmack im Hals. Habe keine Ahnung vom Bebauungsplan des riesigen Areals der alten Kesselwerke, aber auch wenig Vertrauen in unsere Stadtplaner.

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