Dieser Blog wird heute ein Jahr alt.
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So erkennen wir, daß Klagen sich in jeder Zeit ähneln. Was keinerlei Kritik am Gefühl sein soll, eher ein beruhigendes Gefühl der Kontinuität.
Es ist schlim genug, rief Eduard, daß man jetzt nichts mehr für sein ganzes Leben lernen kann. Unsere Vorfahren hielten sich an den Unterricht, den sie in ihrer Jugend empfangen; wir aber müssen alle fünf Jahre umlernen, wenn wir nicht ganz aus der Mode kommen wollen.
J. W.v. Goethe, Die Wahlverwandtschaften
Eigentlich ist die gesamte Debatte überflüssig. Das dreiste Selbstbewußtsein kreationischer Argumentation ist das eigentlich Erschreckende.
Jedes Denksystem, das die überwältigende Evidenz für einen Plan in der Biologie leugnet oder wegzuerklären versucht, ist Ideologie, nicht Wissenschaft.
Kardinal Christoph Schönborn in der “New York Times” vom 7. Juni 2005 in deutscher Sprache
Zäumen wir das Pferd von hinten auf und erinnern uns an die vielen Auseinandersetzungen zwischen Wissenschaft und der Religion. Es gibt keinen Disput, der nicht früher oder später im Sinne der Vernunft entschieden worden wäre.
Nicht die Vollständigkeit einer Theorie soll zur Diskussion stehen, sondern die Gefahren die uns allen droht, wenn reakionäre und fundamentalistische Weltdeutung weiterhin in der westlichen Welt an Einfluß gewinnt.
Freylich, erwiederte Woldemar, ist hier ein Abgrund von Niederträchtigkeit und hölllischer Verderbnis. Aber einmal hinüber mußten wir über diesen gräulichen Strudel. Es war der einzige Paß aus einer alten zertrümmerten Welt in eine sich bildende neue. Gewiß lange genug hatten wir fortgefahren persönliche Eigenschaften, Tugenden, Umstände und Zustände anzupreisen für die wir keinen Sinn mehr hatten, die unseren Sinnen ganz entrückt waren. Wir sollten und wollten unsere Glückseligkeit mit Verachtung mit Hintansetzung wenigsten, von Wollust Reichthümer suchen; und es war doch nichts mehr da wofür wir etwas thun konnten, als Wollust und Reichthümer. Keins von jenen Bedürfnißen welche die Seele mit Gewalt erheben, waren mehr vorhanden; keine Gegenstände mehr, beßre und freywillige Bestrebungen zu erwecken: dicke Finsterniß lag über dem menschlichen Herzen.
Friedrich Heinrich Jakobi, Vermischte Schriften, Erster Theil. Breslau 1781. Daraus: Der Lustgarten. Ein philosophisches Gespräch, S. 91f
Diesen Text gab mir Carmen; sie ist Jacobiforscherin und dachte beim lesen des Textes an einen Auspruch von mir, dahingehend, daß wir wohl unfähig zum Widerstand und zur Revolte sind.